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Zwei TU-Studenten und eine Alumna sind in Rio dabei

Etwa 50 Studierende sind an der TU Berlin als Spitzensportler/innen registriert. Sie werden von der Uni im Rahmen einer Kooperation mit dem Olympiastützpunkt Berlin (OSP) betreut. Ziel ist es, das Studium mit dem Training und den Wettkämpfen vereinbar zu gestalten.

Trotz aller Anstrengungen schaffen es erfahrungsgemäß immer nur wenige Spitzensportler/innen, für die Olympischen oder Paralympischen Spiele nominiert zu werden. Die letzten Medaillen für TU-Studierende gab es 2004 in Athen: Maike Nollen (Kanu) und Louisa Walter (Hockey) gewannen jeweils Gold.

An den Olympischen und Paralympischen Sommerspielen 2016 in Rio nehmen zwei Studenten und eine Alumna nehmen teil:

  • Patrick Dogue - studiert Physikalische Ingenieruwissenschaft - Moderner Fünfkämpfer
  • Lasse Klötzing - studiert Maschinenbau - Paralympischer Segler
  • Laura Vargas Koch - Alumna - Judoka

Lasse erreicht Platz 6

Lasse Klötzing erreichte bei den Paralympics im Segeln den sechsten Platz. Nach sechs Regatta-Tagen ist der Wettkampf in der Sonar-Klasse damit beendet. Gold gewann das australische Boot mit Russel Boaden, Jonathan Harris und Colin Harrison. Zweite wurden die Amerikaner Rick Doerr, Hugh Freund und Brad Kendell.

Das deutsche Team, dem neben Lasse Klötzing die erfahrenen Paralympics-Medaillengewinner Siegmund Mainka und Jens Kroker angehören, hatte nach einer Neuformierung der Mannschaft nur vier Monate zusammen trainieren können. Dennoch waren die Erwartungen hoch. Lasse zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis und sagte gegenüber sailing-team-germany.de: „Wir haben heute noch einmal alles gegeben und entsprechend unserer Möglichkeiten abgeliefert. Natürlich wäre eine Medaille schön gewesen, dafür hätten wir weniger Fehler machen müssen. Wir sind alles in allem zufrieden mit dem Ergebnis."

Bitter für die Sportler ist hingegen: In vier Jahren wird Segeln nicht mehr auf dem Programm der Paralympics stehen, obwohl diese Sportart sehr inklusionsfreundlich ist. Lasse segelt normalerweise in der 2.4mR-Klasse, einem Ein-Personenboot, das von Sportlern/innen mit und ohne Handicap gesegelt wird. Er erreichte damit auch bei allgemeinen Weltmeisterschaften Top-Ten-Platzierungen.

Wettkampftermine von Lasse Klötzing

Lasse Klötzing startet in der Sonar-Klasse an folgenden Terminen (* Alle Zeiten: MESZ)
Datum Uhrzeit* Rennen
12.09. verschoben auf: 23:05 1
ursprünglich 12.09. verschoben auf: 0:35 folgender Tag 2
13.09. vorgezogen auf 18:05 3
13.09. 19:35 4
14.09. 18:35 5
14.09. im Anschluss an Rennen 5 6
15.09. 18:35 7
15.09. im Anschluss an Rennen 7 8
16.09. 18:35 9
16.09. im Anschluss an Rennen 9 10
17.09. 17:05 11

Sonar-Segler mit Lasse auf Platz 8 abgerutscht

15.09.2016. Nach zwei Renntagen, die zunächst von schwachem und dann sehr starkem Wind geprägt waren, sind die Sonar-Segler mit Lasse Klötzing bei den Paraympics auf den achten Platz abgerutscht. Das neu zusammen gestellte Team hatte bisher wenig Erfahrung mit stärkerem Wind und Wellengang sammeln können. Für die kommenden Tage sind wieder geringere Windgeschwindigkeiten vorhergesagt.

Noch stehen vier weitere Rennen aus, bis am Sonnabend um 17:00 Uhr (MESZ) das Finale startet.

Guter Paralympics-Start für Lasse

13.09.2016. Die deutschen Sonar-Segler mit Lasse Klötzing sind mit den Plätzen vier und fünf gut in ihre ersten beiden Rennen gestartet. Am heutigen Dienstag finden zwei weitere Rennen statt - und zwar (vorverlegt!) um 18:05 Uhr und 19:35 Uhr (MESZ).

Vor Beginn der Regatta: Drei Fragen an Lasse Klötzing

Kurz nach seiner Ankunft in Rio stellten wir Lasse drei Fragen zu seinen Eindrücken und dazu, wie er es schafft, das Segeln mit seinem Maschinenbaustudium zu vereinbaren. Hier seine Antworten:

1) Lasse, Du hast unglaublich viel Energie in Deinen Traum einer Teilnahme an diesen Paralympics gesteckt. Für Euch Segler ist es die letzte Chance, denn bei den nächsten Spielen in Tokio steht die Sportart nicht mehr auf dem Programm. Jetzt bist Du in Rio. Was sind Deine ersten Eindrücke? Wie ist die Atmosphäre im Olympischen Dorf? Wie ist das Revier, an dem es wegen der Verschmutzung viel Kritik gab?

Die ersten Eindrücke sind gespalten. Es ist vieles unorganisiert oder schlicht nicht fertig. Das Wasser dagegen macht einen recht guten Eindruck, wenig Müll im Wasser, im Hafen sind jetzt sogar Fische und Schildkröten, was ein gutes Zeichen ist.
Wir wohnen leider, bzw. zum Glück, im Hotel. Die Fahrzeit zum Dorf dauert 50 Minuten bis Open End. Daher kann ich zur Stimmung dort nichts sagen.

2) Du startest in einer für Dich relativ neuen Bootsklasse, der Sonar. Im Gegensatz zu Deiner gewohnten 2.4mR-Klasse,  die allein gesegelt wird, seid Ihr in der Sonar zu dritt. Du wirst in Rio das Steuer des Boots übernehmen. Fiel Dir die Umstellung schwer?

Die größte Herausforderung an Bord ist nach wie die Kommunikation, die ich vorher mit mir selber betrieben habe und jetzt noch meinen zwei Mitseglern nahebringen muss. Ansonsten ist es ein Kielboot, wie die 2.4mR auch, sodass es ein sehr ähnlich Muster hat, was das Verhalten des Bootes angeht.

3) Segeln ist ein unglaublich aufwendiger Sport. Allein der Transport von Booten und Ausrüstung in die unterschiedlichsten Trainings- und Wettkampfreviere ist eine logistische Herkulesaufgabe, die viel Arbeit erfordert und sehr viel Geld kostet. Wie vereinbarst Du das mit Deinem Maschinenbaustudium?

Da Segeln ein Saisonsport ist versuche ich das Wintersemester hauptsächlich dem Studium zu widmen und mich im Sommersemester dann voll auf das Segeln zu konzentrieren.

Vielen Dank, Lasse - und viel Erfolg! Wer Lasse bei Facebook folgen möchte, kann dies unterfolgendem Link tun: www.facebook.com/lasse.kloetzing?fref=ts

Sechster Platz für Patrick Dogue

Patrick Dogue beendet seine ersten Olympischen Spiele mit einem sehr guten sechsten Platz im Modernen Fünfkampf. Am vorletzten Wettkampftag erreichte er insgesamt 617 Punkte. Seine beste Einzeldisziplin war das Fechten, wo er in zwei Durchgängen Rang zwei erreichte. Im Schwimmen war er 31., im Reiten Zwölfter. Den abschließenden Combined-Wettkampf schloss er als  14. ab.

Die Medaillen gingen an Aleksander Lesun aus Russland, Pavlo Tymoshchenko (Ukraine) und Ismael Hernandez Uscanga (Mexiko).

Interview mit Patrick Dogue

Kurz vor der Abreise nach Rio gab Patrick Dogue der TU-Pressestelle folgendes Interview:

TU: Welche Stationen liegen auf deiner Reise nach Rio, und wann wird es wirklich ernst?

Patrick: Gerade bin ich mit dem gesamten deutschen Team in Colorado Springs/USA auf circa 1850 Meter Höhe. Durch die geringere Sauerstoffkonzentration können wir hier noch härter trainieren. Am 4. August fliegen wir dann nach Rio de Janeiro zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele. Der Wettkampf findet am 18. August statt. In der Zwischenzeit werden wir in Curitiba trainieren, etwa 2 Flugstunden von Rio entfernt. Dort sind noch optimalere Trainingsbedingungen. Ab dem 14. August fliegen wir zurück und bleiben im Olympischen Dorf – dann wird es richtig ernst und die Spannung steigt.

TU: Was ist das Besondere am Modernen Fünfkampf bzw. seinen verschiedenen Disziplinen?

Patrick: Ganz besonders reizt mich am Modernen Fünfkampf tatsächlich die Vielseitigkeit. Zu Land, zu Wasser, mit anderen Lebewesen sowie die extreme Konzentration und Explosivität beim Fechten. Das Training ist zwar ziemlich zeitaufwändig, aber ein Wettkampf zahlt den Schweiß tausendfach zurück. Als ich noch klein war, bestanden die Wettkämpfe nur aus Laufen und Schwimmen, später kamen dann die anderen Disziplinen dazu. Bei kleinen Kindern ist das ja noch so: Wenn man irgendwo gewinnt, ist das ganz „cool“ ;) Da musste ich einfach hängen bleiben und finde, dass ich im Nachhinein alles richtig gemacht habe.

TU: Auf was freust du dich in Rio am meisten? Was sind deine Highlights, Momente – Wettkampf – Menschen?

Patrick: Ich freu mich sehr auf die Eröffnungsfeier. Die ist ja immer ein Riesenevent mit einer Megashow. Außerdem freu ich mich noch auf das Olympische Dorf. Dort sind so viele Stars auf einem Fleck. Ich werde wahrscheinlich eine Menge Selfies und Autogrammkarten sammeln. DAS Highlight wird natürlich der Wettkampf sein, auf den ich vier Jahre lang hingearbeitet habe.

Laura Vargas Koch gewinnt Bronze

Laura Vargas Koch ist die vierte Medaillengewinnerin aus dem DOSB-Team bei den Olympischen Spielen in Rio. Im "kleinen Finale" besiegte sie die Spanierin María Bernabéu und gewann Bronze.

Im Turnierverlauf musste sie sich nur der späteren Goldgewinnerin Haruka Tachimoto aus Japan geschlagen geben, gegen die sie in einem spannenden Halbfinale knapp verlor.

Bei den Vorkämpfen hatte sie nach einem Sieg im ersten Kampf gegen Antónia Moreira de Fátima als einzige deutsche Judoka das Viertelfinale erreicht. Den anschließenden Kampf gegen die Österreicherin Bernadette Graf konnte sie ebenfalls für sich entscheiden.

Zur Person: Laura Vargas Koch

Laura Vargas Koch studierte zwischen 2009 und 2015 an der TU Berlin und schloss ihr Studium in Regelstudienzeit mit einem Master in Mathematik ab. Für ihre sehr guten Leistungen wurde sie 2014 als eine von bundesweit fünf Athleten/innen zur "Sport-Stipendiatin des Jahres" nominiert. Anlässlich dieser Wahl entstand folgendes Kurzporträt, das sie unter anderem an der TU zeigt: zum Video.

Sportlich war sie in den letzten Jahren sehr erfolgreich: Bei Europa- und Weltmeisterschaften gewann sie zahlreiche Silber- und Bronzemedaillen im Team und in der Einzelwertung. Nur Gold fehlt ihr noch...

An Rio dürfte Laura übrigens gute Erinnerungen haben: 2013 wurde sie hier Judo Vizeweltmeisterin.

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Aktuelle Nachrichten

Über die Wettkampftermine und Ergebnisse unserer Athleten informiert der Spitzensport-Ticker des TU-Sports.