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19. August: Rashid Ramzi gewinnt Finale über 1500 Meter

Heute war das Finale über 1500 Meter - Carstens Distanz: Es gewann Rashid Ramzi aus Bahrein in 3:32,94 Minuten. Silber ging an Asbel Kipruto Kiprop (Kenia) in 3:33,11 Minuten vor dem Neuseeländer Nicholas Willis (3:34,16), der Bronze gewann.
Diese Zeiten sind gar nicht so weit weg von Carstens Saison-Bestzeit von 3:34,99 Minuten. Er kann zufrieden sein!

18. August: Nachbeben

Einen Tag nach dem beeindruckenden Lauf von Carsten, bei dem er nur um 17 Hundertstel den Finaleinzug verpasste, sind die Nachwirkungen noch zu spüren. Viele Menschen haben das sympathische Interview mit ihm im Fernsehen gesehen: Noch vor vier Jahren tauchte Olympia nicht einmal in seinen Träumen auf. Jetzt läuft er hier vor über 90.000 Leuten in diesem fantastischen Stadion - er, der angehende Architekt, der in seinem Weblog stets auch interessante Bauten in den jeweiligen Wettkampfstädten würdigt. Und dennoch: Wieder einmal ein Finale knapp verpasst - wie zuletzt schon bei der Hallen-Weltmeisterschaft im Frühjahr, wo er mit einer guten Zeit Zehnter wurde, aber nicht starten durfte, weil die Halle nur neun Bahnen hatte. Wie er überhaupt öfter Pech hatte, zum Beispiel im letzten Jahr, als er die Norm für die Universiade-Teilnahme erfüllt hatte, aber dennoch vom Verband nicht nominiert wurde. Wer weiß, wozu es gut ist? Vielleicht konnte er sich gerade deshalb so stark von diesem Eindruck Olympia fesseln lassen, weil es seine erste internationale Teilnahme an einer Multisportveranstaltung ist?
Heute fragen auch Medien bei der TU wegen Carsten an. Teilweise klingen die Anfragen fast besorgt: Warum schreibt er auf seiner Webseite seit Tagen nichts Neues?
Er wird sich die Stadt anschauen und - wie angekündigt - noch ein paar Wettkämpfe besuchen; Die Eindrücke sacken lassen. Dann werden wir es demnächst auf seinen Seiten lesen. Er quatscht nicht immer gleich drauf los. Er ist gut auf der Mittelstrecke!

Großer Komiker

Das Schöne bei Olympia ist nicht nur, dass so unendlich viele Sportarten nahezu gleichzeitig zu sehen sind. Nein, auch so unendlich viele Sportler/innen werden dem interessierten Publikum über die Medien nahe gebracht. Heute war Dirk Nowitzki (nein - er heißt nicht Georg) bei Kerner, der sich seit seinem Interview mit Michael Johnson als investigativer Journalist versteht. Und auf die Frage, wen er im Olympischen Dorf bisher so getroffen habe, sagt Dirk Nowitzki: "Den Phelps - der ist ja klein!"
Aus dem Munde von Dirk Nowitzki: "Der ist ja klein!" Nun gut, jedem Anderen wäre vermutlich ein anderes Adjektiv zu Michael Phelps eingefallen. Nicht Wenige hätten vielleicht sogar behauptet, er sei der Größte! Großer Komiker, der Nowitzki - hier ist der Name nicht Programm!

17. August: TFH führt im Medaillenspiegel

Mit der zweiten Goldmedaille von Britta Steffen führt die TFH nun - man muss es wohl so sehen - im hochschulinternen Berliner Medaillenspiegel. Und zwar uneinholbar. Die HU kann die Bronzemedaille von Ditte Kotzian vorweisen und liegt damit auf dem zweiten Platz.
Die TU setzt nun alles auf Carsten Schlangen, der heute im Halbfinale über 1500 Meter startet (15:55 Uhr, MESZ). Viel Erfolg, Carsten!

Carsten erreicht 15. Platz

Carsten beendet seine ersten olympischen Spiele mit der fünfzehntschnellsten Zeit aus zwei Halbfinal-Gruppen. Der 1500-Meter-Läufer und Architekturstudent der TU Berlin erreicht mit 3:37,94 Minuten in seiner Gruppe den achten Platz. Damit verfehlt er um nur 17 Hundertstel Sekunden den Finaleinzug.
Auch der von Carsten favorisierte Bernard Lagat, Weltmeister von 2007, verfehlt den Finaleinzug.
Das Rennen startet relativ langsam - zu langsam für Carsten, wie er anschließend im Interview meint. Er läuft taktisch geschickt und positioniert sich aussichtsreich. Doch im Schlussspurt wird er dann auf den letzten 100 Metern doch noch eingeholt. 

16. August: Manuel wird Dritter im B-Finale

Manuel Brehmer und Jonathan Koch erreichen heute im B-Finale den dritten Platz nach Neuseeeland und Portugal. Im B-Finale wird um die Plätze sieben bis zwölf gekämpft. Die beiden gehören damit zu den zehn schnellsten Booten der Welt. Eine Super-Leistung!
Denn in einem hochklassigen Wettkampf mussten sie bereits im Vorlauf gegen zwei der Boote antreten, die morgen im Finale stehen. Über den mühevollen Weg des Hoffnungslaufs, den sie gewannen, erreichten sie das Halbfinale. Dort trafen sie erneut auf die starken britischen Vorlaufgegner Purchase und Hunter sowie auf die Italiener Miani und Luini, die morgen ebenfalls im A-Finale stehen.
Letztlich qualifizierten sie sich für das B-Finale und erreichten insgesamt Platz 9. Glückwunsch!

15. August: Britta Steffen holt Gold - Manuel und Carsten starten heute

Der Tag beginnt mit einer Goldmedaille von Britta Steffen. Die Wirtschafts-Ingenieur-Studentin der TFH ist Olympia-Siegerin über 100m Freistil!
Manuel und Jonathan verpassen im Shunyi Kanu- und Ruder-Olympiapark leider den Einzug ins A-Finale. Sie kämpfen morgen im B-Finale um die Plätze 7-12.

13. August: Der Untergang der Titanen und der Aufstieg der Leichtgewichte

Manuel bereitet sich heute auf das morgige Halbfinalrennen vor und Carsten tritt erst am Freitag an. Zeit, um den gestrigen Tag Revue passieren zu lassen, der für den Deutschen Ruderverband trotz des Erfolgs des Leichten Doppelzweiers eher ein Debakel war: Denn der Deutschland-Achter, das Flaggschiff, die jungen Titanen gingen unter.
Keine Frage: die Umstellung der Mannschaft ist nicht glücklich gelaufen. Dabei sind Neuformierungen stets kritische Phasen. Auch der Leichte Doppelzweier fährt noch nicht lange in der Zusammenstellung Manuel Brehmer / Jonathan Koch: Erst im April wurde das Boot nach den Kleinbootmeisterschaften neu zusammen gesetzt. „Drei Jahre bin ich mit Jörg Lehnigk zusammen gefahren“, sagt Manuel. „Er ist dann aber nicht so gut aus dem Winter heraus gekommen, hatte einen relativ großen Trainingsrückstand und konnte den dann leider nicht mehr wettmachen.“
Also wurde das Boot neu formiert. Jörg ist nur als Ersatzmann mit nach Peking gefahren. Mit Manuel und Jonathan ist es dagegen gleich gut gelaufen. Ihr Meisterstück war das gestrige Rennen: Sie kommen gut vom Start weg und lassen gleich vier Boote hinter sich. Es gelingt ihnen, an den favorisierten Australiern dran zu bleiben, die bis an die 1500-Meter Marke etwa eine Sekunde Vorsprung haben. Dann ziehen sie auf den letzten 500 Metern an den Australiern vorbei. Klasse!

12. August: Manuel erfolgreich - aber schweres Halbfinale wartet!

Manuel und Jonathan sind heute ein starkes Rennen im Shunyi-Olympia-Park gefahren. Aus Sicht der TU tröstet das über den ansonsten trostlosen Untergang des DRV-Achters hinweg.

Der Blick richtet sich nun auf das nächste Rennen am Donnerstag, in dem eine starke Konkurrenz wartet: Erneut gibt es ein Aufeinandertreffen mit den Briten Zac Purchase und Mark Hunter, die insgesamt die schnellste Vorlaufzeit gefahren waren.
Weitere Gegner sind die Italiener mit den Weltmeistern Marcello Miani und Elia Luini, die Franzosen mit den Vizeweltmeistern von 2008, Maxime Goisset und Frederic Dufour, ein starkes kanadisches sowie ein kubanisches Team.

Ole Bischof gewinnt Gold

Ein weiteres Ergebnis des heutigen Tages ist aus Sicht des studentischen Spitzensports sehr erfreulich: Der Judoka Ole Bischof hat die Goldmedaille im Halbmittelgewicht gewonnen und dem deutschen Team damit den zweiten Sieg in Peking beschert.
Der 28 Jahre alte VWL-Student der Uni Köln bezwang im Finale der Klasse bis 81 Kilogramm Kim Jaebum aus Südkorea durch Yuko.

10. August: Ditte Kotzian holt erste Medaille für Berliner Hochschulen

Die Humboldt Universität führt den Medaillenspiegel der Berliner Hochschulen an: Die 29-jährige Studentin gewann mit ihrer Partnerin Heike Fischer am Sonntag die Bronzemedaille im Synchronspringen vom 3-Meter-Brett.

8. August: Eröffnung der Spiele

Mit der Eröffnungsfeier beginnen die Spiele. Carsten Schlangen berichtet heute in seinem Blog noch aus dem Trainingslager in Japan. Bis zu seinem ersten Start im Pekinger "Vogelnest" ist noch etwas Zeit: Erst in einer Woche, am 15. August finden die Vorläufe über 1500 Meter statt.

Manuel tritt hingegen bereits am Sonntag im Shunyi Olympic Rowing-Canoeing Park an. Kurz vor seinem Abflug hat die TU ein Interview mit ihm geführt:
Wir fragten nach den Stationen seiner Karriere, seinem jetzigen Partner im Leichtgewichts-Doppelzweier und nach seinen Chancen bei Olympia. Auch über Luftverschmutzung, Doping und Menschenrechte sprachen wir. Zum Schluss erklärte er, was die Leichtgewichts-Klasse im Rudern bedeutet und warum es sie gibt.

6. August: Presseschau

Noch zwei Tage bis zur Eröffnungsfeier. Manuel Brehmer ist gut in Peking eingetroffen und fühlt sich im Olympischen Dorf sehr wohl. Er hat ein Zimmer mit seinem neuen Partner im Doppelzweier, Jonathan Koch, bezogen.

In der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" erschien heute ein längeres Interview mit ihm, in dem er die Aufmerksamkeit der chinesischen Gastgeber lobte, gleichzeitig aber erwähnt, dass bestimmte Internetseiten gesperrt sind.

Über Carsten Schlangen erschien ebenfalls ein längerer Artikel im "Tagesspiegel". Darin beschreibt er einen Olympischen Moment, der ihn in seiner Jugend stark beeindruckt hat: 1996 war Hicham El Guerrouj ein großes Idol für Carsten. Der Marokkaner war in Atlanta der Favorit über 1500 Meter. Er stolperte allerdings - und wurde Letzter.

5. August: Verwirrung um Blogs

Dürfen Sportler/innen während der Spiele Blogs führen? Unterschiedliche Antworten auf diese Frage waren in den letzten Tagen in den Medien zu finden.
NEIN – so hieß es: Jegliche „journalistische Tätigkeit“ – dazu zählt das Führen eines Weblogs – ist während der „Wettkampfperiode“, also vom 27. Juli bis 29. August, für Athleten/innen verboten. Nicht etwa, weil es die gestrenge Zensur des Gastlandes so wollte, sondern weil es die IOC-Regel 49 so vorsieht.
JA – so lautet die neue Antwort: Das IOC hat die Regel bereits im Herbst letzten Jahres geändert – ohne dass dies bisher von einer größeren Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Neuerdings dürfen Olympia-Teilnehmer/innen ein privates Journal im Internet führen.
Für Carsten Schlangen ist diese Regeländerung von Bedeutung, denn er hält seine Fans seit langem mit seiner Runner´s Page auf dem Laufenden . Und so verarbeitet er auch seinen letzten Pflichttest vom Wochenende heute auf seiner Internetseite: „Meine Siegerzeit von 3:37:05min ist die viertbeste Leistung meines Lebens und somit kann ich sehr optimistisch in den olympischen Vorlauf gehen. Vielleicht reicht es auch für den Finaleinzug. Ich hatte sogar noch etwas Reserven. Das alles wurde mir auf den wenigen Metern der Zielgeraden klar.“

Carsten ist derzeit noch in Japan zur Akklimatisierung. Er freut sich übrigens über Kommentare auf seiner Seite!

1. August:"Man muss es vorleben und zeigen, wie es anders geht."

Heute erscheint das Süddeutsche Zeitung Magazin mit einer Titelstory über Sportler/innen, die sich für die Opfer chinesischer Staatswillkür engagieren.
Wir sprachen mit Manuel Brehmer vor seiner Abreise ebenfalls darüber, wie er als Sportler mit der allgemeinen Diskussion über die Lage der Menschenrechte in China umgeht.
TU: „Das Thema Menschenrechte...“
Manuel: „... ist ja mittlerweile wieder etwas aus den Medien verschwunden (Anmerkung: Das Gespräch fand am Montag statt, also vor den jüngsten Berichten über Internet-Zensur im internationalen Medienzentrum und die Einschränkung der Bewegungsfreiheit für die deutschen Beachvolleyballerinnen).
Das, was Olympia bieten kann ist – denke ich – eine Medienpräsenz, um auf so etwas aufmerksam zu machen. Wir Sportler haben nur sehr geringe Möglichkeiten, politisch Einfluss zu nehmen – wenn überhaupt. Wir dürfen an den Wettkampfstätten und im Olympischen Dorf keine Werbung machen und politische Äußerungen auch nur begrenzt tätigen. Daher ist es für uns halt schwierig, dort Einfluss zu nehmen.“
TU: „Und dennoch, Einige tun das ja. Ich kenne Webseiten von Sportlerinnen und Sportlern, die sehr kritisch sind. Aber klar: Bei den Spielen geht es natürlich um den Sport...“
Manuel: „...Da geht es um den Sport. Auf Webseiten kann man kritische Äußerungen auch machen. Die sind außerhalb dieser olympischen Charta. Da kann man das sicherlich machen. Das ist auch nötig. Und auf alle Fälle soll man darauf hinweisen.
Es ist aber ein Prozess, denke ich, der längerfristig ist. Man kann in einer Kultur, die in Jahrhunderten, Jahrtausenden entstanden ist, nicht von heute auf morgen sagen: Ihr müsst unsere westlichen Werte annehmen. Sondern, man muss es vorleben und zeigen, wie es anders geht. Und es ist – denke ich – noch ein Denkprozess, der dort stattfindet. Gerade diese Regierung, die da an der Macht ist, will ihre Macht nicht verlieren und ihr Gesicht wahren. Das sind Probleme, die man diplomatisch lösen muss.“